Ein forschender Blick ins Portemonnaie der Rentnerhaushalte
Dieser Blick ins Portemonnaie ist wichtig, da die älteren Menschen viele Kosten, die Betreuung und Pflege im Alter verursachen, selbst tragen. Das wirkt sich direkt auf das frei verfügbare Einkommen aus.
Die meisten älteren Menschen sind mit zunehmender Gebrechlichkeit auf Unterstützung angewiesen. Umsorgt werden sie vor allem von ihren Familienangehörigen. In der Schweiz leisten diese jährlich 37 Millionen Stunden unbezahlte Betreuungs- und Pflegearbeit.
Aber nicht alle älteren Menschen können auf die Solidarität und das Verpflichtungsgefühl ihrer Familienangehörigen bauen. Über 8% der Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz werden ohne Familienangehörige alt.
Wer sind die Menschen, die ohne Familienangehörige alt werden? Von wem werden sie unterstützt, wenn sie im Alter Hilfe in ihrer Alltagsgestaltung brauchen?
Von welchen Faktoren wird die demografische Alterung in der Schweiz beeinflusst? Warum erhalten Männer in den meisten Fällen höhere Pensionskassenleistungen als Frauen?
In welchem Alter lassen sich Erwerbstätige pensionieren? Wie beurteilen 65- bis 79-Jährige ihren Gesundheitszustand? Wie viele Stunden betreuen ältere Menschen ihre Enkelkinder?
Das frei verfügbare Einkommen der Rentnerhaushalte ist je nach Wohnort bei exakt gleicher wirtschaftlicher Ausgangslage und gleichem Unterstützungsbedarf unterschiedlich hoch.
Die Unterschiede zwischen den Kantonshauptorten sind frappierend. Sie können für Personen im Pflegeheim bis zu 40’000 Franken jährlich betragen.
Dank den Ergänzungsleistungen sind Betreuungs- und Pflegekosten für Haushalte mit kleinem Renteneinkommen und wenig Vermögen grösstenteils gedeckt.
Für Haushalte mit mittlerem und hohem Einkommen und Vermögen hingegen fallen die Kosten deutlich höher aus. Vor allem die selbstgetragenen Pflegeheimkosten sind bedeutend.
Mittelständische Renteneinkommen reichen oft nicht aus, um diese zu decken. Dadurch werden diese Personen solange ihr Vermögen konsumieren, bis ein Anspruch auf Sozialtransfers entsteht.
Das System der sozialen Sicherheit lässt niemanden durch die Maschen fallen. Doch es weist Mängel auf.
Die ambulante Betreuung ist im System noch nicht ausreichend abgebildet. Die grosse Abhängigkeit der verfügbaren Einkommen vom Wohnort ist frappierend.
Der Zugang zu Unterstützung in Betreuung und Pflege sowie zu Sozialtransfers oder Informationen ist alles andere als niederschwellig.
Und wie kann die unentgeltlich geleistete Care-Arbeit, die vor allem im ambulanten Bereich durch Familienangehörige, Nachbarn, Freundinnen und Freiwillige erbracht wird, mittels geeigneter professioneller Angebote ergänzt und unterstützt werden?